Poesie für Zwischendurch
Der Treiber
Beim letzten In- den- Kessel- gehen
da schoss ein Jagdgast aus Versehen,
gut auszuheilen, Gott sei Dank,
mit Schroten einen Treiber krank.
Die Garbe war dem armen Jungen
tief in den Unterleib gedrungen,
dort, wo bekanntlich jeder Mann
Verschrotung schlecht vertragen kann!
Bald in der Klinik angekommen,
rief dort der Treiber unbenommen:
Mir schoss ein Jagdgast aus der Stadt
mit Nummer 7 in den Sack!
Die alte Pflegerin Babette,
die jeder gern zur Schwester hätte,
verwies ihn dann auf Zimmer 10,
um dort ihm weiter beizustehen.
Das heißt nicht „Sack“,
sprach sie verdrossen,
worin der Jäger Sie geschossen.
Das heißt bei uns, ob Mann ob Weib,
in dieser Klinik „Unterleib!“
Als man ihn weiter untersuchte,
wobei der Treiber kräftig fluchte,
rief er doch wieder: „Zum Teufel, schmack,
mir schoss ein Jäger in den Sack!“
Worauf der Arzt, der gern dozierte,
ihn fingerhebend korrigierte.
Das heißt bei mir, ob Mann ob Weib,
in diesem Hause „Unterleib!“
Nun kam aus seiner Schäflein Mitte,
der Herr Pastor auf Stippvisite.
Begab sich auch auf Zimmer 10,
sich nach dem Kranken umzusehen.
Mir schoss, so sagte jetzt der Treiber,
mit Rücksicht auf die Unterleiber,
bei sehr geringem Lichtverbleib,
ein Jäger in den Unterleib!
Welch Glück, sprach der Pastor, mein Lieber,
ein Engel hielt die Hand darüber,
dass Dir der Jäger aus der Stadt
nicht in den Sack geschossen hat.
