still, stiller, Taizé oder warum Schweigen wirklich Gold ist

Was ist überhaupt Taizé? Es ist ein kleines Dorf. Was wirklich bedeutend ist: Die Communauté Taizé, welche vom im August verstorbenen Frère Roger (für die Nicht- Franzosen: „Bruder Roger“) gegründet worden ist.

Jährlich wird diese von tausenden von Jugendlichen und ‚älteren’ Christen besucht, welche mit den Brüdern zusammen in der Gemeinschaft zusammenleben. Aber außer Gottesdiensten, Gesprächsgruppen und Workshops gibt es noch andere, vielseitige Angebote: z.B. die Stille. „Geh doch in die Stille“ haben wir uns immer gegenseitig „beschimpft“, als wir die ersten Male da waren. Nachdem ich aber schon zum 4ten Mal da war und ein bisschen Abwechslung in meinen Aufenthalt mischen wollte und ich zudem ein kommunikativer Mensch bin und wissen wollte, wie es ist zwei Tage lang zu schweigen, habe ich meine Sachen gepackt, und bin zu den anderen ‚women in silence’ gezogen.
Beim auspacken meiner Tasche (ich hatte 6 Betten für mich *muhaha*) musste ich mich beherrschen, keine Selbstgespräche anzufangen, aber nach ein paar Stunden hat man sich daran gewöhnt. Außerdem ist man viel allein (aber nicht einsam!), da fällt das Schweigen nicht so schwer. Die interessanteste und wertvollste Erfahrung, die ich gemacht habe,  war, dass man auch ohne Worte ‚kommunizieren’ kann und, dass ein Lächeln wirklich die kürzeste Verbindung zwischen den Menschen ist.
Eine Woche "Stille" ist wahrscheinlich hart, aber ich habe es genossen, mir stille Orte zu suchen und auch in Zukunft versuchen, mir „Zeit für mich“ an einem stillen Ort zu gönnen (soweit es mein Terminkalender erlaubt ^^) und einfach nachzudenken. Phil's Zeit- Artikel hat mich sehr an die Zeit in Taizé erinnert… lest selbst… 

4 Reaktionen zu “still, stiller, Taizé oder warum Schweigen wirklich Gold ist”

  1. Lenchen

    Du hattest Glück, dass ich nicht dabei war 😀 😀 sonst hättest du das wohl nicht aushalten können, obwohl…wir können ja eh oft vor lahcen nicht miteinander reden 😀 dann wär das ja doch gegangen *hihi*

  2. Tanky

    hehe stimmt

  3. Hans Kolpak

    Wie das paßt:

    Gepriesen sei derjenige,
    der nichts zu sagen hat
    und davon absieht,
    das zu beweisen…

    George Eliot
    englische Schriftstellerin

    Die Frau mit den sieben Namen entwuchs ihrem puritanischen Umfeld im 19. Jahrhundert und kam erst durch diesen Männernamen zu Weltruhm, weil sie etwas zu sagen hatte. Ob sie zu diesem Spruch unter dem Eindruck ihres Bruders fand?

    Hans Kolpak
    Biß der Woche

  4. Werner

    Hallo Tanky,

    ich habe auch die Erfahrung gemacht, daß man Menschen in der Stille erstaunlich gut kennenlernt, ohne ein einziges Wort miteinander zu wechseln. Die zwei Tage in Taizé sind sicher eine gute Gelegenheit um mal in die Stille „reinzuschnuppern“. Und für einen gewissen Ausgleich sorgen ja auf alle Fälle die wunderbaren Gesänge während der Gottesdienste.

    Werner

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